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Marcard Marktfokus

Soll die Europäische Zentralbank das Klima schützen?

Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat eine Überprüfung der geldpolitischen Ziele angekündigt. Ihr Vorschlag, dass die EZB zukünftig auch klimapolitische Ziele verfolgen soll, ist auf heftige Kritik gestoßen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann befürchtet, dass die EZB ihr Mandat überschreitet, wenn sie auch das Klima schützen soll. Zudem könnte es einen Konflikt mit den anderen Zielen der EZB geben. Der Streit zwischen Lagarde und Weidmann spiegelt einerseits die bekannten Einwände der Bundesbank gegen die Anleihenkäufe der EZB wider. Gleichzeitig ist er aber auch eine Warnung vor einer weiteren Politisierung der EZB, die die Akzeptanz der Einheitswährung gerade in Deutschland gefährden könnte.

Marcard Marktfokus vom 6. Dezember 2019

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Funktioniert die taktische Asset Allocation?

    Der Mehrwert der taktischen Asset Allokation ist umstritten. Namhafte Investoren wie Warren Buffet warnen davor, den Markt zu „timen“. Der Effekt der taktischen Asset Allokation kann mit einfachen regelgebundenen Modellen wie dem Accelerating Dual Momentum historisch getestet werden. Dabei zeigt sich, dass die Taktik vor allem in Verlustphasen hilfreich ist und insbesondere bei einer zusätzlichen sektoralen Allokation die Sharpe Ratio im Vergleich zur Benchmark verbessern kann. Diese Ergebnisse sprechen für die taktische Asset Allokation, die allerdings weniger ein Performancetreiber denn ein Instrument der Risikosteuerung ist.

    (29. November 2019)

  • US-Wahlen 2020: Es geht nicht nur um die Präsidentschaft

    In weniger als einem Jahr werden die US-Bürger zu den Wahlurnen gerufen. Bereits im Februar 2020 starten die Vorwahlen, bei denen der Präsidentschaftskandidat der Demokraten ermittelt wird. Elizabeth Warren liegt derzeit in den Umfragen vorn und könnte die Herausforderin von Donald Trump werden. Entscheidend ist jedoch nicht nur, wer das Rennen um die Präsidentschaft gewinnt, sondern auch, wie sich die zwei Kammern des US-Kongresses zukünftig zusammensetzen. Derzeit haben die Demokraten im Repräsentantenhaus die Mehrheit und die Republikaner im Senat. Sollte dies so bleiben, wäre es insbesondere für einen möglichen demokratischen Präsidenten schwierig, einen radikalen Politikwechsel umzusetzen.

    (22. November 2019)

  • Zins-Duration: Die Erklärung für die Sektorrotation bei Aktien in diesem Jahr?

    Duration als Maß für die Zinssensitivität von Investments ist ein Konzept, das Anleihe-Investoren hinlänglich bekannt ist. Weniger bekannt ist jedoch, dass die Duration auch bei der Aktiensteuerung eine Rolle spielen kann. Über einfache Modelle können explizite Formeln gefunden werden, die die Zinssensitivität von Aktien messen. Dabei zeigt sich, dass historisch vor allem sektorale Performance-Unterschiede über das Konzept der Duration erklärt werden können. Während Value-lastige Sektoren tendenziell eine geringe Zinssensitivität aufweisen, sind Growth-Aktien eher von langer Duration geprägt. Angewendet auf die Kapitalmarktentwicklungen in diesem Jahr können die Erkenntnisse dazu dienen, die starke Sektorrotation in der zweiten Jahreshälfte von Growth zu Value zu erklären. Denn der augenscheinliche Strukturbruch fällt genau mit dem Zinstief zusammen.

    (15. November 2019)

  • Norwegische Krone: Woher kommt die Schwäche?

    Seit der Jahresmitte ist die Norwegische Krone unter den Währungen der Industriestaaten die schwächste. Auf den ersten Blick verwundert dies. Denn die konjunkturelle Entwicklung in Norwegen ist vergleichsweise positiv, die Inflation befindet sich in der Nähe des Inflationsziels, die Rohölpreise haben sich stabilisiert und mit etwa 180 Basispunkten im fünfjährigen Bereich ist der Renditeaufschlag zu Bundesanleihen nach vier Zinserhöhungen attraktiv. Auch die relative Illiquidität der Währung sollte in dem aktuell von hoher Risikofreude geprägten Umfeld eher für eine stärkere Krone sprechen. Vermutlich sind es die langfristigen Aussichten an den Rohölmärkten, die die Krone belasten, ebenso wie die fundamentale Überbewertung der Währung, die trotz des Kursrutsches fortbesteht.

    (8. November 2019)

  • Reform der Euro-Geldmarktsätze: Was Anleger wissen müssen

    Im Euroraum kommt es zu einer grundlegenden Reform der Geldmarktsätze. Der Geldmarktsatz EONIA wird in einer angepassten Form nur noch bis Ende 2021 bestehen. An seine Stelle ist zum 1. Oktober die Euro Short-Term Rate (€STR) getreten, die von der Europäischen Zentralbank berechnet und verwaltet wird. Auch die EURIBOR-Sätze werden modifiziert. Zwar bleibt der EURIBOR als Name bestehen. Die Berechnungsmethodik verändert sich aber. Zukünftig sollen sowohl EONIA als auch EURIBOR möglichst auf tatsächlichen Transaktionen beruhen und nicht mehr wie bisher auf Umfragen bei den großen Banken. Denn letzteres hat zum LIBOR-Skandal geführt. Vor allem beim neuen EURIBOR dürfte aber aufgrund methodischer Schwächen früher oder später eine erneute Reform anstehen.

    (1. November 2019)

Marktausblick

China: Der unheimliche Gigant Marktausblick für das zweite Halbjahr 2019

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

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