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Marcard Marktfokus

Die US-Notenbank könnte die Gangart verändern

Am Mittwoch kommender Woche wird die US-amerikanische Notenbank vermutlich zum vierten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen um einen Viertel Prozentpunkt anheben. Viel wichtiger wird aber sein, wie ihre Projektionen für die kommenden Jahre ausfallen. Wir rechnen damit, dass die Fed von ihrem bisherigen Kurs, bei guter Konjunkturlage alle drei Monate die Zinsen anzuheben, abrücken wird. Grund sind die sich abschwächenden Daten aus einigen Bereichen der US-Volkswirtschaft. Stattdessen wird sie sich wesentlich enger an den Konjunktur- und Kapitalmarktdaten orientieren und dazu übergehen, von Fall zu Fall nach Datenlage zu entscheiden. Denn die Fed steht nun vor der Herausforderung, denjenigen Zins zu finden, der die Konjunktur zwar etwas abbremst, sie aber nicht abwürgt. Wir rechnen daher mit einer langsameren Gangart der Fed.

Marcard Marktfokus vom 14. Dezember 2018

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Brexit: Showdown in Westminster

    Am 11. Dezember stimmt das britische Parlament über den von Premierministerin Theresa May ausgehandelten Vertragsentwurf für den Austritt Großbritanniens aus der EU ab. Die Vereinbarung entspricht insbesondere hinsichtlich der Irland-Regelung und der Einschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs den Vorstellungen der EU. Auf Grund des Widerstands in den eigenen Reihen ist die Premierministerin bei der Abstimmung auf Stimmen aus der Opposition angewiesen. Sollte es im ersten Anlauf keine Mehrheit geben, bedeutet dies allerdings nicht zwangsläufig, dass es zu einem ungeordneten Brexit kommen muss.

    (7. Dezember 2018)

  • Deutschland vor einem Regierungswechsel?

    Am 7. Dezember wird auf dem CDU-Parteitag in Hamburg über die Nachfolge von Angela Merkel als Parteivorsitzende entschieden. Die besten Chancen hat Annegret Kramp-Karrenbauer, die mehr als ihre beiden Mitbewerber Merz und Spahn für inhaltliche Kontinuität steht. Dennoch könnte eine Wahl Kramp-Karrenbauers der Auftakt zu einem Regierungswechsel in Berlin sein, da der Aufstieg der Grünen eine neue Machtoption eröffnet. Nach den Europawahlen im Mai nächsten Jahres wären daher ein Regierungswechsel oder sogar Neuwahlen denkbar. Die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte sollten überschaubar bleiben.

    (30. November 2018)

  • Italienischer Haushaltsentwurf: Die Nagelprobe

    Die italienische Regierung hat diese Woche bestätigt, dass sie an einer Neuverschuldung im kommenden Jahr in Höhe von 2,4 Prozent des BIP festhält. Bleibt Rom dieser Linie treu, könnte Anfang 2019 ein Defizitverfahren gegen Italien eingeleitet werden. Da Defizitverfahren in der EU eine Art „Kavaliersdelikt“ sind, wären die Auswirkungen für Italien wohl überschaubar. Falls sich die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen jedoch weiter ausweiten sollten, könnte es zu einer Situation kommen, in der Rom auf die direkte Unterstützung durch die EZB angewiesen ist. Dann käme es zur eigentlichen Nagelprobe, und zwar nicht nur für Italien, sondern auch für die EZB.

    (23. November 2018)

  • Aktien: Mit Sektorrotation auf den Konjunkturzyklus reagieren

    Der Konjunkturzyklus spielt eine wichtige Rolle für den Ertrag des Aktienmarktes. Aber nicht nur die absolute Wertentwicklung, sondern auch die relativen Erträge einzelner Branchen hängen vom Zyklus ab, denn es gibt signifikante Unterschiede in der Zyklizität einzelner Sektoren. Dabei zeigt sich, dass sich die Branchen, die im Aufschwung am meisten profitieren, sich in Zeiten sinkenden Wachstums oft am schwächsten entwickeln und umgekehrt. Eine gezielte Sektorrotation kann daher im Vergleich zu einem reinen Buy-and-Hold-Portfolio Mehrwert generieren. Die größte Herausforderung bleibt dabei das Timing der Sektorrotation.

     

    (16. November 2018)

  • Euroraum: Die Konjunkturentwicklung schwächt sich ab

    In der kommenden Woche werden die Wachstumszahlen des deutschen Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal veröffentlicht. Es wird mit einem BIP-Rückgang um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gerechnet, was das Bild einer sich abschwächenden Wirtschaftsentwicklung im Euroraum festigen dürfte. Eine stagnierende Exportnachfrage aus China, Probleme in der Automobilindustrie, länderspezifische Risiken sowie eine stagnierende Kaufkraft der Haushalte sind die Gründe. Hinzu kommt, dass der Abbau der Überkapazitäten im Euroraum weit fortgeschritten ist. Dies deutet darauf hin, dass die Spätphase des Konjunkturzyklus erreicht wurde, in dem das Wachstum langsam, aber stetig zurückgeht. Ein Ende des Aufschwungs ist angesichts einer steigenden Kreditnachfrage der Unternehmen des Euroraums sowie der starken US-amerikanischen Konjunktur aber noch nicht zu erkennen.

    (9. November 2018)

Marktausblick

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

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