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Marcard Marktfokus

Der US-Dollar bleibt stark

Fundamentale Maße für die Berechnung des „fairen“ EUR/USD-Wechselkurses zeigen eine Überbewertung des Greenback gegenüber dem Euro an. In den letzten Jahren haben aber die sich immer weiter ausdehnenden Zinsdifferenzen zwischen den USA und Europa den US-Dollar gestärkt. Im November letzten Jahres markierte die Entwicklung mit einem Zinsspread von 3,5 Prozent bei zweijährigen Staatsanleihen ihren Höhepunkt. Zwar sind die Zinsdifferenzen seitdem rückläufig, sodass die zinsseitige Unterstützung für den US-Dollar abnimmt. Eine deutliche Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar ist aber dennoch unwahrscheinlich. Die überraschend expansive Rhetorik der EZB in den letzten Tagen könnte eine weitere Einengung der Spreads erschweren.

Marcard Marktfokus vom 21. Juni 2019

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Gold profitiert (noch) von den gefallenen Realzinsen

    Gold konnte in diesem Jahr etwas zulegen, da die Realzinsen kräftig gefallen sind. Aber der Goldpreisanstieg blieb moderat, obwohl es weltweit zahlreiche politische Sorgen gibt. Die politischen Risiken übertragen sich nicht in stärker ansteigende systemische Risiken, wie von uns ausgewertete Indikatoren zur Messung systemischen Stresses im Finanzsystem anzeigen. Der feste US-Dollar macht die „Ersatzwährung“ Gold zudem relativ gesehen weniger attraktiv. Unterstützung kommt aber von der Nachfrageseite, die sich robust entwickelt. Vor allem Zentralbanken von Schwellenländern stocken ihre Goldlager weiter auf. Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir dennoch nur mit einer Seitwärtsbewegung, wenn die zu hohen Erwartungen an die US-amerikanische Geldpolitik korrigiert werden und die Realzinsen wieder etwas ansteigen.

     

    (14. Juni 2019)

  • Die US-Notenbank wird sich dem Zinssenkungsdruck beugen

    Der US-amerikanische Rentenmarkt preist inzwischen bis zu drei Leitzinssenkungen in den USA bis Jahresende ein. Der Grund dafür sind weniger die aktuellen Konjunkturdaten, sondern vielmehr die Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen des Handelskriegs der USA. Die Zinssenkungserwartungen sind inzwischen so ausgeprägt, dass die US-Notenbank sie kaum mehr ignorieren kann. Eine Leitzinssenkung bis Jahresende ist daher wahrscheinlich geworden, doch sie sollte nicht als Vorbote einer unmittelbar bevorstehenden Rezession interpretiert werden.

    (7. Juni 2019)

  • Russlands Wachstumsschwäche

    Die ausländischen Sanktionen und der Rückgang des Ölpreises seit 2014 haben tiefe Spuren in der russischen Volkswirtschaft hinterlassen. Das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum der letzten zehn Jahre liegt bei nur einem Prozent. Die russische Wirtschaft bleibt weiterhin stark vom Öl- und Gassektor abhängig, da das inländische Verarbeitende Gewerbe trotz der Abwertung des Rubel keine Dynamik entwickelt. Ein weiterer Belastungsfaktor für Russlands Volkswirtschaft ist die Demografie, denn die Gesamtbevölkerung sinkt bereits seit den 1990er Jahren. Da kein Ende der Sanktionen in Sicht ist und Reformen fehlen, die bessere Anreize für private Investitionen schaffen, wird Russlands Wachstumsschwäche weiter andauern.

    (31. Mai 2019)

  • Disruption: Die Investmentbranche im Wandel

    Die Investmentbranche steht vor weitreichenden Veränderungen. Gesellschaftlicher und regulatorischer Druck sowie neue technologische Entwicklungen stellen den Sektor vor große Herausforderungen. Die disruptivsten Entwicklungen zeigen sich dabei vor allem in der Nutzung und Auswertung von Daten, in den über die reine Renditegenerierung hinausgehenden Zielsetzungen der Investoren sowie einem zu beobachtenden Trend von aktiven zu passiven Investmentlösungen. Big Data, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit sind nur einige der Schlagworte, die in diesem Zusammenhang zu nennen sind.

    (24. Mai 2019)

  • Italien: Gibt es bald Neuwahlen?

    In Italien haben sich die Renditeaufschläge auf Staatsanleihen wieder ausgeweitet. Die lahmende Konjunktur und die zunehmende Staatsverschuldung verschrecken die Anleger. Die EU-Kommission hat die Schätzungen für das Wachstum reduziert. Gleichzeitig ist die Prognose für das Budgetdefizit in diesem und im nächsten Jahr recht deutlich angehoben worden. Nach der Europawahl könnte es turbulenter werden. Denn erstens droht aufgrund der absehbaren Verfehlung des Budgetziels eine erneute Auseinandersetzung mit der EU-Kommission. Und zweitens könnte Innenminister Matteo Salvini versuchen, seine starken Umfragewerte per Neuwahlen in ein Mandat für eine neue Regierung umzusetzen. Möglich erscheint aktuell ein national-konservatives Bündnis, das mit einer wirtschaftsliberalen Politik versuchen könnte, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

    (17. Mai 2019)

Marktausblick

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

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