Publikationen

Marcard Marktfokus

Rapides Wachstum bei grünen Anleihen

Der Markt für grüne Anleihen wächst aktuell mit einer Rate von etwa 60 Prozent pro Jahr. Relativ neu ist, dass staatliche Emittenten mit Triple-A-Rating grüne Anleihen begeben. Bezüglich der Performance fällt auf, dass sich die grünen Anleihen mehr oder weniger nahtlos in die Zinskurve des jeweiligen Emittenten einfügen und Investoren keinen nennenswerten Preisaufschlag zu zahlen bereit sind. Denn der Begriff „Green Bond" ist nicht geschützt und Investoren können oft nicht nachvollziehen, wohin ihre Gelder fließen. An dieser Stelle bedarf es einer Weiterentwicklung. Mit verbindlichen Standards und Referenzgrößen würde sich die Spreu vom Weizen trennen. Grüne Anleihen könnten dann auch mit einem Preisausaufschlag bzw. Renditeabschlag zu ihren braunen Pendants an den Markt gebracht werden.

Marcard Marktfokus vom 10. Juli 2020

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Unruhiges Fahrwasser für klassische Mischportfolios

    Klassische Mischmandate waren die Stars unter den Anlageprodukten in den letzten Jahrzehnten. Signifikante Performance-Beiträge sowohl von Renten als auch von Aktien bei einer weitestgehend negativen Korrelation zueinander schufen ein fast unschlagbares Rendite-Risiko-Profil. Vieles spricht jedoch dafür, dass sich diese Erfolgsstory nicht ungebremst fortsetzen wird. Rekordniedrige Zinsen und hohe Aktienbewertungen implizieren geringere erwartete Renditen in beiden Anlageklassen. Gleichzeitig könnten sich die Diversifikationseigenschaften innerhalb eines solchen Portfolios wieder verschlechtern. Strategische Asset Allokationen müssen gegebenenfalls an diese Bedingungen angepasst werden, wobei vermehrt alternative Risikoprämien in die Überlegungen einbezogen werden sollten.

    (3. Juli 2020)

  • Nachhaltige Fremdkapitalfinanzierung

    Auch im Anleihebereich hat das Thema Nachhaltigkeit stark an Bedeutung gewonnen. Vor allem sogenannte Green Bonds werden in großem Umfang emittiert. Allerdings gibt es hier methodische Schwächen. Eine Alternative sind ESG-linked Loans, deren Kuponzahlungen an die Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance eines Unternehmens gekoppelt sind. Hier besteht jedoch keine Marktgängigkeit. ESG-linked Bonds bieten sich an dieser Stelle an, um auch breitere Investorenschichten anzusprechen, stecken aber noch in den Kinderschuhen. Die Coronakrise könnte für einen weiteren Wachstumsschub des Segments sorgen, denn es hat sich gezeigt, dass nachhaltig gemanagte Aktien- und Rentenportfolios besser durch die Krise gekommen sind.

    (26. Juni 2020)

  • Staatskapitalismus reloaded

    Der Einfluss des Staates auf die private Wirtschaft hat während der Coronakrise deutlich zugenommen. Staatliche Beteiligungen und Industriepolitik sind auch in Deutschland wieder salonfähig geworden und finden eine breite politische Unterstützung. Damit finden auch jene Stimmen mehr Beachtung, die über die aktuelle Krise hinaus einen stärkeren Einfluss des Staates auf das Wirtschaftsleben fordern. Der deutsche Staat selbst scheint sich zwar nicht unbedingt als besserer Unternehmer zu sehen, liebäugelt aber mit der Rolle des potenten Equity-Investors. Die Wahrheit aber ist: Der Staat ist weder der bessere Unternehmer noch der bessere Investor.

    (19. Juni 2020)

  • Aktienrallye: Zu weit und zu schnell?

    In den letzten beiden Monaten kam es zu einer fulminanten Rallye bei risikobehafteten Wertpapieren. Der Grund waren die rückläufigen Infektionszahlen in Europa und Asien, das Ende des strengen Lockdown, die wieder etwas besseren Konjunkturdaten sowie geld- und fiskalpolitische Unterstützungsmaßnahmen. Der Aktienmarkt hat diese positiven Nachrichten mittlerweile nahezu vollständig eingepreist. Bewertungen und Indexstände liegen in vielen Fällen wieder in der Nähe oder sogar über den Vorkrisenniveaus. Wirft man allerdings einen Blick auf die zweite Jahreshälfte, erscheint noch die eine oder andere Wolke am Horizont.

    (12. Juni 2020)

  • Der Euro im Aufwind

    Nach einem Tief von knapp unter 1,07 US-Dollar konnte der Euro zuletzt wieder seinen Jahresanfangswert von 1,12 US-Dollar erreichen. Es gibt gute Gründe, dass sich die Aufwärtsbewegung der Gemeinschaftswährung auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird. Fundamental ist der Euro nach Kaufkraftparitäten gegenüber dem US-Dollar unterbewertet. Über die letzten Jahre wirkten jedoch überlagernde Faktoren stärker, die eine Bewegung hin zum „fairen" Wechselkurs verhinderten. Ein Großteil dieser Faktoren hat sich zuletzt aber so weit abgeschwächt, dass eine weitere Aufwertung wahrscheinlich ist.

    (5. Juni 2020)

Marktausblick

Nach Corona: Wie sich Wirtschaft, Politik und Marktstrukturen verändert haben Marktausblick für das zweite Halbjahr 2020

Die Zukunft der Globalisierung: Jahresrückblick 2019 und Ausblick 2020

China: Der unheimliche Gigant Marktausblick für das zweite Halbjahr 2019

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

Nach oben

OK