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Marcard Marktfokus

Wie Russland den Goldpreis beeinflusst

Nicht nur auf den internationalen Öl- und Gasmärkten hat Russland einen großen Einfluss. Auch bei Gold spielt Russland eine wichtige Rolle, und zwar sowohl als Anbieter als auch als Nachfrager. Russland ist der weltweit zweitgrößte Goldproduzent und steht bei den globalen Goldreserven an fünfter Stelle. Durch die Sanktionen sind die internationalen Verkaufsmöglichkeiten für russisches Gold eingeschränkt, doch die inländische Nachfrage kann dies kompensieren. Für den Goldpreis sind aber weiterhin vor allem der US-Dollar und das Zinsniveau entscheidend, die beide derzeit belastend wirken. Die strukturelle Nachfrage der Notenbanken spricht allerdings gegen eine dauerhafte Schwäche des Goldpreises.

Marcard Marktfokus vom 13. Mai 2022

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Verkraftet der US-Immobilienmarkt steigende Zinsen?

    Die US-Notenbank hat im Kampf gegen die Inflation das Tempo angezogen und in dieser Woche die Leitzinsen um 50 Basispunkte erhöht. Die langfristigen Hypothekenzinsen sind bereits im Vorfeld kräftig gestiegen. Angesicht der fulminanten Anstiege der Immobilienpreise in den letzten Jahren wächst die Sorge vor einem Crash. Im Gegensatz zur Subprime-Krise vor 15 Jahren sind spekulative Übertreibungen allerdings nicht zu erkennen. Die finanzielle Stabilität der privaten Haushalte in den USA hat sich zudem in den letzten Jahren deutlich verbessert. Beide Argumente sprechen dafür, dass es nicht zu einem heftigen Einbruch am US-Immobilienmarkt kommen wird. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass eine Abkühlung des Immobilienmarkts unbedingt notwendig ist und die Leitzinsen daher wohl noch stärker steigen müssen, als dies bereits erwartet wird.

    (6. Mai 2022)

  • Führen erneuerbare Energien zu mehr Frieden?

    Die Kontrolle über Öl- und Gasvorkommen ist ein wichtiger Machtfaktor und spielt daher bei internationalen Konflikten oft eine große Rolle. Der Übergang zu erneuerbaren Energien könnte daher nicht nur den Klimawandel aufhalten, sondern auch die Energiesicherheit und -unabhängigkeit vergrößern und damit Konflikte zwischen Staaten verhindern. Die Vision von der friedensstiftenden Wirkung grüner Energie hat jedoch zwei Haken. Wenn die Energiewende schlecht gemanagt wird, können sich zum einen neue Abhängigkeiten insbesondere von China ergeben. Zum anderen kann die Energiewende destabilisierend auf Länder wirken, die stark abhängig von den Exporten fossiler Brennstoffe sind.

    (29. April 2022)

  • Globalisierung: Totgesagte leben länger

    Die Globalisierung hat in den vergangenen Jahren erheblichen Gegenwind bekommen. Neben den populistischen Strömungen in den USA und Europa sind es die Corona-Pandemie und der russische Krieg gegen die Ukraine, die den Welthandel belasten. Bremsspuren sind nicht nur beim globalen Güterhandel, sondern auch bei den Kapitalströmen und der Migration zu erkennen. Die Globalisierung ist jedoch nicht tot, sondern hat sich stark gewandelt. Sie zeigt sich jetzt vor allem im Dienstleistungshandel und den globalen Datenströmen. Für die Lösung des Inflationsproblems ist es zudem unumgänglich, die internationalen Migrationsströme aufrecht zu erhalten.

    (22. April 2022)

  • Wo jetzt eine Nahrungsmittelkrise droht - und wo nicht

    In deutschen Supermärkten sind Sonnenblumenöl und Mehl ausverkauft. Bereits vor Beginn des russischen Angriffskriegs erreichten die Preise für Korn- und Saatgut neue Rekordstände, doch nun hat sich die Situation noch einmal verschärft. Eine Nahrungsmittelkrise droht, allerdings nicht in den entwickelten Volkswirtschaften, sondern insbesondere in Nordafrika und dem Nahen Osten. Verschärft wird die Knappheit durch China, das erhebliche Anteile der Weltproduktion aufkauft und als Reserve hortet. Die Europäische Union sollte in dieser Situation nicht dem Beispiel vieler deutscher Verbraucher folgen, sondern die Bevölkerung der ärmsten Länder durch Nahrungsmittelexporte stärker unterstützen.

    (8. April 2022)

  • Ölpreisschock und Geldpolitik: Die verrückte Welt des Arthur Burns

    Ein Krieg, der einen Ölpreisschock auslöst: Die aktuellen Ereignisse wecken Erinnerungen an das Jahr 1973. Doch weder der autofreie Sonntag in Deutschland noch die langanhaltende Stagflation der siebziger Jahre werden sich wiederholen. Der Anteil Russlands am globalen Ölmarkt ist deutlich kleiner als der, den die OPEC-Staaten vor fünfzig Jahren hatten. Zudem ist die Energieintensität der entwickelten Volkswirtschaften in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Ein wichtiger und eher selten erwähnter Unterschied ist die Reaktion der Notenbanken. In den USA war die Stagflation der siebziger Jahre auch das Ergebnis eines gewaltigen Versagens der Geldpolitik. Aus den Fehlern von Arthur F. Burns, der damals Präsident der US-Notenbank war, hat die Geldpolitik gelernt.

    (1. April 2022)

Marktausblick

Was Sie schon immer über Inflation wissen wollten, aber nie zu fragen wagten: Jahresausblick 2022 und Rückblick 2021

Klimawandel und Klimapolitik: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2021

Die neue Anatomie der Aktienmärkte: Jahresrückblick 2020 und Ausblick 2021

Nach Corona: Wie sich Wirtschaft, Politik und Marktstrukturen verändert haben Marktausblick für das zweite Halbjahr 2020

Die Zukunft der Globalisierung: Jahresrückblick 2019 und Ausblick 2020

China: Der unheimliche Gigant Marktausblick für das zweite Halbjahr 2019

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

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