Publikationen

Marcard Marktfokus

Wann eine passive Asset Allocation gefährlich sein kann

Diversifikation ist das einzige „free lunch" am Kapitalmarkt. Die Begründung dafür ist die nicht-perfekte Korrelation einzelner Anlageklassen zueinander. Durch geschicktes Gewichten lassen sich Portfolios konstruieren, die in ihren Rendite-Risiko-Eigenschaften attraktiver erscheinen als es jede einzelne Anlageklasse für sich ist. Auch für passive Investoren lassen sich so auf den ersten Blick Investmentlösungen finden, die genau ihrem Risikoprofil entsprechen. Das Problem dabei ist aber, dass sich die Korrelationseigenschaften ständig verändern und unter Umständen sogar umdrehen. Hierdurch können im Extremfall die Diversifikationseigenschaften eines Portfolios außer Kraft gesetzt werden. Eines der größten Risiken stellen zinsinduzierte Sell-Offs dar. Im aktuellen Umfeld können vor allem Enttäuschungen der Zentralbanken auch für diversifizierte Portfolios schmerzhaft werden.

Marcard Marktfokus vom 13. September 2019

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Packt Mario Draghi die Bazooka wieder aus?

    In der kommenden Woche tagt der EZB-Rat, um die Geldpolitik für den Euroraum festzulegen. Hatte EZB-Präsident Draghi die Marktteilnehmer auf der letzten Sitzung noch vertröstet, ist dieses Mal angesichts der nicht nur von ihm geschürten hohen Erwartungen und aufgrund der sich abschwächenden konjunkturellen Entwicklung mit einem ganzen Bündel an geldpolitischen Maßnahmen zu rechnen. Unstrittig erscheint eine weitere Absenkung der Zinsen um bis zu 20 Basispunkte. Auch die Forward Guidance könnte modifiziert werden. Mit großer Spannung wird erwartet, ob Draghi erneut schweres Geschütz auffährt und das Anleihekaufprogramm reaktiviert. Es gibt gewichtige Gegenargumente, aber der EZB-Präsident kann kaum noch hinter seine großen Worte zurück, ohne den Markt zu verunsichern.

    (6. September 2019)

  • Die Konstruktionsfehler der Schuldenbremse

    Die Kosten einer höheren Staatsverschuldung sind aktuell extrem niedrig. Da die nominalen Zinsen auf Bundesanleihen deutlich unter dem nominalen Wachstum liegen, erhöht eine Neuverschuldung nicht zwangsläufig den Schuldenstand. Auch eine Verdrängung privater Nachfrage durch staatliche ist in einem Niedrigzinsumfeld nicht zu erwarten. Die vor zehn Jahren für den Bundeshaushalt beschlossene Schuldenbremse verhindert allerdings eine nennenswerte Neuverschuldung. Es ist an der Zeit, die fiskalischen Dogmen in Deutschland zu überprüfen und die schwerwiegenden Konstruktionsfehler der Schuldenbremse zu korrigieren.

    (30. August 2019)

  • US-Rentenmarkt: Der MOVE-Index deutet auf weitere Zinssenkungen hin

    Der MOVE-Index ist das US-amerikanische Rentenmarktpendant zum weitaus bekannteren Volatilitätsindex VIX am Aktienmarkt. Zwar besitzt der MOVE-Index anders als der VIX nur eine geringe Korrelation zur Richtungsentwicklung des unterliegenden Marktes. Dafür zeigen sich aber bei historischer Betrachtung interessante Muster im Umfeld von Zinssenkungszyklen der US-Notenbank. Die aktuelle Situation weist verblüffende Parallelen zu den letzten beiden Zinssenkungszyklen auf. Sollte es zu einer ähnlichen Entwicklung wie vor zwölf bzw. 19 Jahren kommen, dann sind weitere Zinssenkungsschritte der Fed sehr wahrscheinlich.

    (23. August 2019)

  • Deutschland: Entscheidung über eine neue Klimapolitik

    Deutschland ist beim Klimaschutz kein Vorreiter mehr und droht die bis 2030 im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele zu verfehlen. Aufgrund unzureichender Fortschritte und der Sorge darüber, die Zielvorgaben zur Reduktion von Treibhausgasemissionen nicht zu erreichen, hat der Sachverständigenrat ein Sondergutachten zu Reformoptionen in der Klimapolitik ausgearbeitet und der Bundesregierung am 12. Juli 2019 überreicht. Am 20. September 2019 soll nun das sogenannte „Klimakabinett“ über ein Gesamtpaket zur Reform der deutschen Klimapolitik entscheiden. Ziel soll es sein, einen sektorübergreifend einheitlichen Preis für Treibhausgasemissionen zu etablieren.

    (16. August 2019)

  • Kapitalmärkte und Handelskrieg: Die nächste Runde

    Mit der Ankündigung von neuen Zöllen auf chinesische Importe ab dem 1. September ist der Handelskrieg zwischen den USA und China in die nächste Runde gegangen. Gegenüber den ersten beiden Runden gibt es zwei wichtige Unterschiede: Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank gestiegen, zum anderen sind nun auch die Importe von Konsumgütern in größerem Ausmaß von Zöllen betroffen. Während der Rentenmarkt von den Zinsaussichten profitiert, leiden insbesondere Aktien aus dem Bereich des zyklischen Konsums. Der Aktienmarkt wird seinen Aufwärtstrend nur dann fortsetzen können, wenn es zu keiner weiteren Eskalation des Streits kommt.

    (9. August 2019)

Marktausblick

China: Der unheimliche Gigant Marktausblick für das zweite Halbjahr 2019

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

Nach oben

OK