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Marcard Marktfokus

Können steigende Unternehmensteuern die Aktienrallye stoppen?

Bei der Besteuerung von Unternehmen zeichnet sich eine globale Trendwende ab. Nachdem in den vergangenen drei Jahrzehnten Steuersenkungen als Instrument des Standortwettbewerbs genutzt wurden, nehmen nun die Forderungen nach einer globalen Mindestbesteuerung zu. Gleichzeitig soll es für multinationale Konzerne schwieriger werden, Gewinne in Regionen ohne physische Präsenz zu verschieben und sie so einer Besteuerung gänzlich zu entziehen. Da höhere Steuern die Unternehmensgewinne reduzieren, sind die Folgen für die Aktienmärkte negativ. Ein Ende der Aktienrallye dürften sie dennoch nicht einläuten, da je nach Branche und Geschäftsmodell die Auswirkungen sehr unterschiedlich ausfallen werden.

Marcard Marktfokus vom 16. April 2021

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Warum der Gender Pay Gap auch für Anleger wichtig ist

    Immer noch ist die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern in Europa und vor allem in Deutschland sehr groß. Ein Teil dieser Lücke lässt sich dadurch erklären, dass Frauen in schlechtbezahlten Branchen und Berufen überrepräsentiert sind. Doch auch die bereinigte Lohnquote, die ausschließlich den geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschied zu messen versucht, legt nahe, dass gleiche Arbeit immer noch nicht gleich entlohnt wird. In einer Zeit, in der qualifizierte Fachkräfte rar sind und für den Unternehmenserfolg immer entscheidender werden, müssen Firmen mit der knappen Ressource Talent verantwortungsvoll umgehen. Eine vorurteilsfreie Entlohnung und eine diverse Belegschaft sind daher Kriterien, für die sich auch immer mehr Anleger am Kapitalmarkt interessieren.

    (9. April 2021)

  • Gefährden steigende Zinsen den Aufschwung in den USA?

    Steigende Kapitalmarktzinsen in den USA belasten den Anleihenmarkt und die Wachstumswerte am Aktienmarkt. Aber können sie auch zu einer Gefahr für den Aufschwung der US-Wirtschaft werden? Der Anstieg der langfristigen Zinsen ist aus volkswirtschaftlicher Sicht kein Warnsignal, sondern Teil eines Anpassungsprozesses, der eine Überhitzung der Konjunktur verhindern kann. Für die Wachstumsaussichten ist zudem nicht das Zinsniveau, sondern vor allem der Abstand zwischen kurz- und langfristigen Zinsen relevant. Dieser Abstand nimmt aktuell zu, was ein positives Signal für die Konjunktur ist. Gefährlich wird der Zinsanstieg erst, wenn er vor allem vom kurzen Ende ausgeht.

    (26. März 2021)

  • Die Auswirkungen steigender Zinsen auf Schwellenländer

    Trotz eines turbulenten Jahres haben sich Schwellenländeraktien und -anleihen als relativ widerstandsfähig erwiesen. Doch steigende US-Zinsen sorgen derzeit für Unmut. Die Notenbanken einiger Schwellenländer erhöhen bereits die Zinsen, um inflatorische Tendenzen zu bekämpfen und die Währung halbwegs attraktiv zu halten. Dabei bremst in einigen Schwellenländern die Pandemie die konjunkturelle Entwicklung weiter aus. Viele Anleger fühlen sich an das Jahr 2013 erinnert, als steigende Zinsen die Schwellenländer unter Druck setzten. Im Gegensatz zu damals sind die Leistungsbilanzdefizite heute aber deutlich geringer, so dass die Finanzierung weniger stark von ausländischem Kapital abhängig ist. Im aktuellen Umfeld steigender Zinsen und einer kräftigen konjunkturellen Erholung sind auch in den Schwellenländern Aktien attraktiver als Anleihen.

    (19. März 2021)

  • Inflationsängste und Konjunkturhoffnungen belasten den Rentenmarkt

    Angesichts wieder höherer Inflationsraten und einer robusten Konjunktur in den USA kam es in den letzten Wochen zu einem kräftigeren Zinsanstieg bei länger laufenden Anleihen. Für die Notenbanken ist die Entwicklung an den Anleihemärkten eine Herausforderung. Einerseits sind steigende langfristige Zinsen am Beginn eines Konjunkturzyklus normal. Andererseits will niemand durch eine nicht mehr ausreichend unterstützende Geldpolitik eine erneute Rezession riskieren. Die Fed hat es in diesem Umfeld noch am leichtesten, da die Wirtschaft Stärke zeigt. Schwerer ist die Situation für die EZB, denn der Euroraum ist konjunkturell noch nicht bereit für höhere Zinsen. Um den Euroraum vor dem Zinsdruck aus den USA abzuschirmen und die Bilanz der EZB zu schonen, wird verstärkt das Instrument der Zinskurvenkontrolle diskutiert.

    (12. März 2021)

  • Bitcoin und die Frösche des Aristophanes

    Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk ist Bitcoin wieder ins Scheinwerferlicht vieler Anleger gerückt. Die Ankündigung des Automobilherstellers Tesla, Bitcoin künftig als Zahlungsmittel akzeptieren zu wollen, weckt Hoffnungen, dass sich die Kryptowährung als Geldersatz etablieren könnte. Auf Grund seiner konstruktionsbedingten Knappheit weist Bitcoin zwar die Eigenschaft eines „guten“ Geldes aus, doch zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass sich im Zahlungsverkehr immer das „schlechte“ Geld durchgesetzt hat. Für Bitcoin bliebe dann nur noch die Rolle des Wertaufbewahrungsmittels übrig, die angesichts der extremen Kursschwankungen aber wenig passend erscheint.

    (5. März 2021)

Marktausblick

Die neue Anatomie der Aktienmärkte: Jahresrückblick 2020 und Ausblick 2021

Nach Corona: Wie sich Wirtschaft, Politik und Marktstrukturen verändert haben Marktausblick für das zweite Halbjahr 2020

Die Zukunft der Globalisierung: Jahresrückblick 2019 und Ausblick 2020

China: Der unheimliche Gigant Marktausblick für das zweite Halbjahr 2019

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

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