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Marcard Marktfokus

Zins-Duration: Die Erklärung für die Sektorrotation bei Aktien in diesem Jahr?

Duration als Maß für die Zinssensitivität von Investments ist ein Konzept, das Anleihe-Investoren hinlänglich bekannt ist. Weniger bekannt ist jedoch, dass die Duration auch bei der Aktiensteuerung eine Rolle spielen kann. Über einfache Modelle können explizite Formeln gefunden werden, die die Zinssensitivität von Aktien messen. Dabei zeigt sich, dass historisch vor allem sektorale Performance-Unterschiede über das Konzept der Duration erklärt werden können. Während Value-lastige Sektoren tendenziell eine geringe Zinssensitivität aufweisen, sind Growth-Aktien eher von langer Duration geprägt. Angewendet auf die Kapitalmarktentwicklungen in diesem Jahr können die Erkenntnisse dazu dienen, die starke Sektorrotation in der zweiten Jahreshälfte von Growth zu Value zu erklären. Denn der augenscheinliche Strukturbruch fällt genau mit dem Zinstief zusammen.

Marcard Marktfokus vom 15. November 2019

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Norwegische Krone: Woher kommt die Schwäche?

    Seit der Jahresmitte ist die Norwegische Krone unter den Währungen der Industriestaaten die schwächste. Auf den ersten Blick verwundert dies. Denn die konjunkturelle Entwicklung in Norwegen ist vergleichsweise positiv, die Inflation befindet sich in der Nähe des Inflationsziels, die Rohölpreise haben sich stabilisiert und mit etwa 180 Basispunkten im fünfjährigen Bereich ist der Renditeaufschlag zu Bundesanleihen nach vier Zinserhöhungen attraktiv. Auch die relative Illiquidität der Währung sollte in dem aktuell von hoher Risikofreude geprägten Umfeld eher für eine stärkere Krone sprechen. Vermutlich sind es die langfristigen Aussichten an den Rohölmärkten, die die Krone belasten, ebenso wie die fundamentale Überbewertung der Währung, die trotz des Kursrutsches fortbesteht.

    (8. November 2019)

  • Reform der Euro-Geldmarktsätze: Was Anleger wissen müssen

    Im Euroraum kommt es zu einer grundlegenden Reform der Geldmarktsätze. Der Geldmarktsatz EONIA wird in einer angepassten Form nur noch bis Ende 2021 bestehen. An seine Stelle ist zum 1. Oktober die Euro Short-Term Rate (€STR) getreten, die von der Europäischen Zentralbank berechnet und verwaltet wird. Auch die EURIBOR-Sätze werden modifiziert. Zwar bleibt der EURIBOR als Name bestehen. Die Berechnungsmethodik verändert sich aber. Zukünftig sollen sowohl EONIA als auch EURIBOR möglichst auf tatsächlichen Transaktionen beruhen und nicht mehr wie bisher auf Umfragen bei den großen Banken. Denn letzteres hat zum LIBOR-Skandal geführt. Vor allem beim neuen EURIBOR dürfte aber aufgrund methodischer Schwächen früher oder später eine erneute Reform anstehen.

    (1. November 2019)

  • Die ökonomischen Folgen von Mr. Johnson

    Das britische Unterhaus hat Boris Johnson gezwungen, bei der EU eine Verlängerung des Brexit-Austrittstermins zu beantragen. Die EU wird diesem Antrag voraussichtlich zustimmen. Am Montag entscheidet das britische Parlament über vorgezogene Neuwahlen am 12. Dezember. Ob das vom britischen Premierminister und der EU ausgehandelte Abkommen noch zur Grundlage eines geordneten Brexit werden kann, ist deshalb unklar. Aus ökonomischer Sicht gäbe es allerdings gute Grunde, die Vereinbarung zu überarbeiten. Im Vergleich zu den Vorschlägen seiner Vorgängerin Theresa May hätte ein EU-Austritt Großbritanniens nach dem Johnson-Vorschlag größere wirtschaftliche Schäden zur Folge, da die nicht-tarifären Handelshemmnisse zunehmen würden.

    (25. Oktober 2019)

  • US-Handelsstreit: Frieden mit China, Krieg mit der EU?

    Die Nachrichten über eine teilweise Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China wurden von den internationalen Aktienmärkten positiv aufgenommen. Eine grundsätzliche Schlichtung des Konflikts ist jedoch weiterhin nicht in Sicht. Gegenüber der EU scheint sich der Handelskonflikt sogar zu verschärfen. Seit heute gelten neue Strafzölle auf EU-Importe in die USA und im November wird über höhere Zölle auf Autoimporte aus der EU entschieden. Die Struktur des Handels mit der EU spricht zwar gegen eine Eskalation des Handelsstreits. Da allerdings nicht nur ökonomische Argumente die US-Handelspolitik bestimmen, ist eine weitere Zuspitzung nicht auszuschließen.

    (18. Oktober 2019)

  • Berichtssaison: Schwaches Konjunkturbild vs. positive Analysten

    Alle drei Monate öffnen die meisten börsengelisteten Unternehmen ihre Bücher. Neben der Einschätzung über einzelne Unternehmen dient die Veröffentlichung der Quartalsberichte aber auch als Gradmesser für den Zustand der Weltwirtschaft. Im Vergleich zum Frühjahr oder zum Sommerquartal stehen die Berichtsdaten unter deutlich ungünstigeren Vorzeichen. Denn nach der Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe zeigen sich allmählich auch Risse in anderen Wirtschaftsbereichen. Dennoch sind die Analysten äußerst optimistisch. Die Historie zeigt jedoch, dass sie mit ihrem Optimismus falsch liegen könnten. 

    (11. Oktober 2019)

Marktausblick

China: Der unheimliche Gigant Marktausblick für das zweite Halbjahr 2019

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

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