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Marcard Marktfokus

Warum die Aktienmärkte nicht überbewertet sind

Die Bewertungen vieler Aktienmärkte haben im historischen Vergleich zuletzt wieder hohe bis sehr hohe Niveaus erreicht. Viele Anleger fürchten sich deshalb vor einer möglichen Korrektur. Dabei wird jedoch übersehen, dass die Zinsentwicklung der letzten Jahre sogar noch höhere Kursniveaus der Aktienmärkte rechtfertigen würde. Eine gestiegene Risikoprämie der Anleger hat dies bisher verhindert. Durch eine Normalisierung der verlangten Risikoprämien könnte es sogar zu weiteren Ausweitungen von Bewertungsmultiplikatoren kommen.

Marcard Marktfokus vom 31. Juli 2020

Vergangene Ausgaben von Marcard Marktfokus


  • Die Angst vor der Kreditklemme

    Die Coronakrise wird zu einem starken Anstieg ausfallgefährdeter Kredite führen. Für den europäischen Bankensektor droht dies zu einer Belastung zu werden, die auch volkswirtschaftliche Auswirkungen haben kann. Da Banken, die mit vielen Problemkrediten belastet sind, die Vergabe von Neukrediten einschränken, kann die resultierende „Kreditklemme“ den konjunkturellen Aufschwung gefährden. Eine Lösung des Problems sind staatlich unterstützte „Bad Banks“, die Problemkredite aufkaufen. In einzelnen europäischen Ländern existieren sie bereits und haben zur Stabilisierung des Bankensektors beigetragen. Die Idee einer europäischen Bad Bank, wie sie derzeit von der Europäischen Zentralbank ausgearbeitet wird, sollte Deutschland dagegen ablehnen.

    (24. Juli 2020)

  • Brexit: Die letzte Chance

    Am 31. Dezember 2020 endet die Übergangsfrist für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Bis Ende August finden Verhandlungen zwischen London und Brüssel über ein Abkommen für die Zeit nach Ende der Übergangsphase statt. Aufgrund des zunehmenden Zeitdrucks dürften die aktuellen Gespräche die letzte Chance für ein solches Abkommen sein. Strittig sind allerdings weiterhin, wie künftig die Fischfangrechte verteilt werden sollen, inwieweit sich Großbritannien an EU-Qualitätsstandards halten wird und welche Institutionen die Einhaltung des Abkommens überwachen und im Streitfall schlichtend eingreifen sollen. Die EU scheint sich zunehmend auf ein Scheitern der Verhandlungen einzustellen, betont aber auch, dass ein „No Deal-Brexit“ viel von seinem Schrecken verloren hat.

    (17. Juli 2020)

  • Rapides Wachstum bei grünen Anleihen

    Der Markt für grüne Anleihen wächst aktuell mit einer Rate von etwa 60 Prozent pro Jahr. Relativ neu ist, dass staatliche Emittenten mit Triple-A-Rating grüne Anleihen begeben. Bezüglich der Performance fällt auf, dass sich die grünen Anleihen mehr oder weniger nahtlos in die Zinskurve des jeweiligen Emittenten einfügen und Investoren keinen nennenswerten Preisaufschlag zu zahlen bereit sind. Denn der Begriff „Green Bond" ist nicht geschützt und Investoren können oft nicht nachvollziehen, wohin ihre Gelder fließen. An dieser Stelle bedarf es einer Weiterentwicklung. Mit verbindlichen Standards und Referenzgrößen würde sich die Spreu vom Weizen trennen. Grüne Anleihen könnten dann auch mit einem Preisausaufschlag bzw. Renditeabschlag zu ihren braunen Pendants an den Markt gebracht werden.

    (10. Juli 2020)

  • Unruhiges Fahrwasser für klassische Mischportfolios

    Klassische Mischmandate waren die Stars unter den Anlageprodukten in den letzten Jahrzehnten. Signifikante Performance-Beiträge sowohl von Renten als auch von Aktien bei einer weitestgehend negativen Korrelation zueinander schufen ein fast unschlagbares Rendite-Risiko-Profil. Vieles spricht jedoch dafür, dass sich diese Erfolgsstory nicht ungebremst fortsetzen wird. Rekordniedrige Zinsen und hohe Aktienbewertungen implizieren geringere erwartete Renditen in beiden Anlageklassen. Gleichzeitig könnten sich die Diversifikationseigenschaften innerhalb eines solchen Portfolios wieder verschlechtern. Strategische Asset Allokationen müssen gegebenenfalls an diese Bedingungen angepasst werden, wobei vermehrt alternative Risikoprämien in die Überlegungen einbezogen werden sollten.

    (3. Juli 2020)

  • Nachhaltige Fremdkapitalfinanzierung

    Auch im Anleihebereich hat das Thema Nachhaltigkeit stark an Bedeutung gewonnen. Vor allem sogenannte Green Bonds werden in großem Umfang emittiert. Allerdings gibt es hier methodische Schwächen. Eine Alternative sind ESG-linked Loans, deren Kuponzahlungen an die Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance eines Unternehmens gekoppelt sind. Hier besteht jedoch keine Marktgängigkeit. ESG-linked Bonds bieten sich an dieser Stelle an, um auch breitere Investorenschichten anzusprechen, stecken aber noch in den Kinderschuhen. Die Coronakrise könnte für einen weiteren Wachstumsschub des Segments sorgen, denn es hat sich gezeigt, dass nachhaltig gemanagte Aktien- und Rentenportfolios besser durch die Krise gekommen sind.

    (26. Juni 2020)

Marktausblick

Nach Corona: Wie sich Wirtschaft, Politik und Marktstrukturen verändert haben Marktausblick für das zweite Halbjahr 2020

Die Zukunft der Globalisierung: Jahresrückblick 2019 und Ausblick 2020

China: Der unheimliche Gigant Marktausblick für das zweite Halbjahr 2019

Anlagestrategie für den Spätzyklus: Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Droht die nächste Schuldenkrise? Marktausblick für das zweite Halbjahr 2018

Ein Aufschwung (fast) ohne Makel: Jahresrückblick 2017 und Ausblick 2018

Konjunktur und Populismus: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2017

Nationalismus in Europa und den USA – Abschied von der Globalisierung? Jahresrückblick 2016 und Ausblick 2017

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien nach dem Brexit-Referendum: Marktausblick für das zweite Halbjahr 2016

Vermögensbaustein Anleihen – Risikoloser Zins oder zinsloses Risiko? Jahresrückblick 2015 und Ausblick 2016

Eine kritische Prüfung der Anlagestrategien zur Jahresmitte 2015: Halbjahresausblick 2015

Anlagestrategien im Spannungsfeld von Deflationsgefahren und Niedrigzinsen: Jahresrückblick 2014 und Ausblick 2015

 

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