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Beteiligungen

Marktausblick für das zweite Halbjahr 2026

Private Equity Anzahl Exits

Aktuelle Entwicklungen

Nachdem das Jahr 2025 eine leichte Er­holung im Bereich M&A-Aktivitäten, Fund­raising und Exits verzeichnete, sorgte die politische und militärische Eskalation im Nahen Osten ab Februar 2026 für eine erneute Zunahme der Unsicherheit. Die weltweite M&A-Deal-Aktivität lag im ers­ten Quartal 2026 sowohl bei der Anzahl als auch beim Transaktionsvolumen unterhalb des Vorjahresquartals. Das für die Kapital­auszahlungen an die Anleger wichtige Exit- Umfeld bleibt eingetrübt, weil die erhöhte Unsicherheit die Preisvorstellungen von Käufer und Verkäufer auseinandertreibt. Für das erste Quartal 2026 weist Preqin weltweit 476 Exits aus – ein Rückgang gegenüber 570 Exits im ersten Quartal 2025. Das aggregierte Deal-Volumen ver­ringerte sich im Vergleichszeitraum von 113,6 auf 95,6 Milliarden US-Dollar – der niedrigste Quartalswert seit Anfang 2024.

Infolge des schwierigen Exit-Umfeldes sind gemäß PitchBook die durchschnitt­lichen Auszahlungen an die Investoren unter den langfristigen Mittelwert von 24 Prozent des Portfoliowerts (NAV – Net As­set Value) pro Jahr gesunken und erreich­ten im Zeitraum von 2022 bis 2025 ledig­lich rund 16 Prozent. Gleichzeitig führt die höhere Kapitalbindung zu steigenden Allo­kationen im alternativen Bereich, was die Bereitschaft der Anleger für Neuanlagen verringert.

Das Fundraising blieb im ersten Quartal 2026 herausfordernd. Vor allem agieren große institutionelle Investoren zurückhal­tend und selektiv. Das Fundraising dauert weiterhin lang und das eingeworbene Ka­pital erreichte laut Preqin mit 155 Milliar­den US-Dollar zwar einen Zuwachs von 11 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025, lag jedoch zehn Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals 2025. Die An­zahl der Final-Closings im ersten Quartal 2026 lag mit 245 Fonds rund 50 Prozent unter dem Quartalsdurchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.

Anlegerkapital wird vermehrt in Nachfol­gefonds oder in weitere Produkte von Ma­nagementgesellschaften mit einem breiten „Bauchladen“ investiert, zu denen bereits eine langjährige Investitionsbeziehung be­steht. So konnten laut PitchBook Manager mit mindestens der vierten Fondsgenera­tion in den Jahren 2024 und 2025 rund 88 Prozent des gesamten Kapitals einwerben – eine Entwicklung, von der insbeson­dere die sehr großen „Mega-Fonds“ mit zum Teil zweistelligen Milliarden US-Dol­lar-Volumen und etablierte Spezialisten profitierten.

 

IRR-Verteilung Middle-Market vs. Megafonds

Der Trend von vor allem sehr großen insti­tutionellen Investoren mit zum Teil Zeich­nungszusagen in dreistelliger Millionen- Höhe hin zu Mega-Managern ist jedoch nicht etwa einer überdurchschnittlichen Renditeerwartung geschuldet. Denn die Median-Rendite von Mega-Fonds aus den Vintage-Jahren 2018 bis 2021 liegt mit 12,2 Prozent unter den 14,4 Prozent im mittleren Größensegment. Vielmehr dürfte dies auf pragmatische Gründe zurückzuführen sein, da sehr hohe Einzeltickets auch nur in sehr große Fonds investiert werden können.

Weitere Beweggründe können in dem Wunsch nach geringerer Renditestreuung bzw. einem niedrigeren Verlustrisiko, in der operativen Sicherheit eines bekannten Manager-Namens oder in der Reduzierung des administrativen Aufwands durch weniger GP-Beziehungen liegen.

Wir halten daher an unserem Ansatz fest, uns bei der Fondsauswahl auf etablierte Buyout-Manager im Mid-Market-Segment zu fokussieren, die aufgrund ihrer Spe­zialisierung ein Differenzierungsmerkmal gegenüber dem breiten Markt aufweisen.

Anteil an den Netto-Kapitalzuflüssen

Evergreens

Im Jahresausblick 2026 hatten wir die steigende Bedeu­tung sogenannter „Evergreens“ erörtert: semi-liquide An­lageformen für Alternative Assets mit unbegrenzter Lauf­zeit, über die auch (vermögenden) Privatinvestoren ein Zugang zu sonst eher institutionellen Anlageklassen wie Private Equity, Infrastruktur oder Private Debt ermöglicht wird. Das gestiegene Interesse an derartigen Anlagepro­dukten zeigt sich in den kürzlich von PitchBook veröffent­lichten Zahlen für das Gesamtjahr 2025: Auch wenn Privat­investoren mit einem Anteil von rund 14 Prozent vorerst deutlich unterrepräsentiert bleiben, trugen sie im abgelau­fenen Jahr zum Teil bereits die Hälfte zu den investierten Nettozuflüssen bei.

Allerdings haben zuletzt eine Reihe von Ereignissen Ever­greens speziell im Bereich Private Debt zu erhöhter öffent­licher Aufmerksamkeit verholfen und so zu Verunsicherung bei Investoren geführt, weshalb abzuwarten bleibt, ob sich der zuletzt zu beobachtende Trend weiter fortsetzen wird. So haben sich in Folge namhafter Insolvenzen Ende 2025 die Rückgabewünsche von Anlegern in semi-liquiden Pro­dukten spürbar erhöht, was teilweise zu einem Aussetzen der Anteilsrücknahmen geführt hat.

Bei genauerem Hinsehen lässt sich aber feststellen, dass die Insolvenzen des Autokreditanbieters Tricolor und des US-Autozulieferers First Brands mutmaßlich auf betrüge­rische Handlungen zurückzuführen sind und vorrangig Banken geschädigt haben. Dennoch wurden semi-liquide Kreditfonds durch erhöhte Liquiditätswünsche der Inves­toren in Geiselhaft genommen. Dabei wurde insbesondere ein von Blue Owl gemanagtes Produkt in ein negatives Licht gerückt, weil Anteilsrücknahmen vollständig ausge­setzt wurden. Verschwiegen wurde dabei in aller Regel, dass diese Maßnahme vor dem Hintergrund des Anleger­schutzes erfolgte und in einem professionellen Schritt des Fondsmanagements der Rückgabemechanismus durch eine beschleunigte Liquidation der Gesellschaft ersetzt wurde. Ausgelöst wurden die Schwierigkeiten insbeson­dere durch strukturelle Schwächen sowie das Scheitern einer vor dem Hintergrund des nahenden Laufzeitendes ursprünglich für das vierte Quartal 2025 geplanten Fusion mit dem börsennotierten Schwesterprodukt.

Während die vorgenannten zwei Faktoren somit keine sig­nifikanten Auswirkungen auf die Anlageklasse Private Debt und deren semi-liquide Produkte haben sollten, könnte 21 Beteiligungen es sich mit den oftmals überdurchschnittlichen Soft­ware-Allokationen etwas anders verhalten. Denn während Kreditfonds in der Vergangenheit Software-Unternehmen aufgrund ihrer stabilen Cashflows zu schätzen wussten, werden deren Geschäftsmodelle zunehmend durch die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz als gefährdet an­gesehen. Dies könnte zu einem Ansteigen der Ausfallraten führen, was aufgrund des asymmetrischen Renditeprofils von Fremdkapitalanlagen – anders als bei Eigenkapital­beteiligungen – nicht ohne Weiteres durch Aufwertungen von KI-Profiteuren kompensiert werden kann.

Entsprechend könnte die Renditestreuung innerhalb einer Gruppe vergleichbarer Kredit-Fonds deutlich zunehmen. Dabei ist der Anlageerfolg maßgeblich abhängig davon, inwieweit Finanzierungen von Unternehmen gefährdeten Geschäftsmodellen vermieden wurden. Managementge­sellschaften mit widerstandsfähigen Portfolios dürften ge­stärkt aus dieser Situation hervorgehen und von erhöhter Investorennachfrage profitieren.

Das von manchen befürchtete Horrorszenarien einer Wie­derholung der globalen Finanzkrise dürften selbst bei einem deutlichen Anstieg der Ausfallraten ausbleiben. Hierfür spricht die den signifikanten Wachstumsraten zum Trotz nach wie vor vergleichsweise geringe Bedeutung des Marktsegments Private Debt.

Revision der Jahresprognosen

Unsere im Jahresausblick aufgestellte These einer graduell fortgesetzten Erholung von Private Equity im Jahr 2026 hat sich durch die erhöhte Unsicherheit im Zusammenhang mit der politischen und militärischen Eskalation im Nahen Osten vorerst nicht erfüllt. Die jüngsten Ereignisse bei semi-liquiden Produkten für alternative Anlagen bestätigen unsere Sichtweise, die weitere Entwicklung dieser Produktart zunächst pas­siv zu beobachten.

Maßnahmen

Für eine breite Diversifikation im Bereich Private Equity sollte weiterhin kontinuierlich über Regionen, Branchen und Jahrgänge und unabhängig von geo­politischen Entwicklungen investiert werden. Zur Mi­nimierung von Risiken aufgrund von Markt- und Be­wertungszyklen sollten Anleger zudem auf klassische geschlossene Private-Equity-Fonds setzen.

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