
"Öl: Der nächste Schock"
Marktausblick für das zweite Halbjahr 2026
Im Sinne einer ganzheitlichen Familien- und Vermögensstrategie widmen wir uns als Family Office nicht nur den Marktentwicklungen der liquiden und illiquiden Anlageklassen, sondern analysieren auch die Risiken und Einflüsse der aktuellen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Tendenzen.
Mit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran und dem daraus resultierenden starken Anstieg der Öl- und Gaspreise haben die wirtschaftlichen Risiken für dieses Jahr zugenommen. In unserem Schwerpunktthema betrachten wir, wie sich der Konflikt auf die globale Energieversorgung auswirkt.
Bei den Ausblicken auf die Ertragsperspektiven der einzelnen Assetklassen zeigt sich, dass trotz der aktuellen Beruhigung im Irankonflikt am Aktienmarkt etwas mehr Vorsicht ratsam ist. Die ersten Zentralbanken haben bereits mit Leitzinserhöhungen auf die Inflationsgefahren reagiert, was nicht nur den Aktien- sondern auch den Rentenmarkt belastet. Sehr gute Unternehmensergebnisse und Hoffnungen auf Produktivitätsgewinne durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sprechen allerdings gegen eine zu defensive Positionierung.
Fokusthemen
Die Voraussetzungen für eine Belebung des globalen Wachstums im Jahr 2026 waren gut. Ab März änderte sich die Situation allerdings schlagartig, als die Blockade der Straße von Hormus zu einem kräftigen Anstieg der Energiepreise führte.
Die ersten Monate des Jahres 2026 boten an den Devisenmärkten einige Überraschungen. Während der US-Dollar wider Erwarten zu alter Stärke zurückfand, setzte sich die Talfahrt des Japanischen Yen weiter fort.
Insgesamt haben sich die Aussichten für den Aktienmarkt seit Jahresbeginn also etwas verschlechtert, sodass wir eine neutrale Allokation empfehlen.
Der Irankrieg zwingt die Zentralbanken zur
Kurskorrektur. Der Markt geht derzeit von zwei bis drei Zinserhöhungen der EZB bis zum Jahresende aus.
In diesem Jahr wurde der Status von Gold als Krisenwährung infrage gestellt. So verlor der Goldpreis von seinem Allzeithoch Ende Januar 2026 bis Ende Mai 2026 rund 13 Prozent in US-Dollar.
Credit- und Fixed-Income-Hedgefonds erzielten im März solide, wenn auch moderate Renditen und erwiesen sich damit als widerstandsfähiger als viele andere Strategien.
Zwar legte das erste Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreswert um 12 Prozent zu, doch das zweite Quartal wird sehr viel schwächer ausfallen.
Nachdem das Jahr 2025 eine leichte Erholung im Bereich M&A-Aktivitäten, Fundraising und Exits verzeichnete, sorgte die politische und militärische Eskalation im Nahen Osten ab Februar 2026 für eine erneute Zunahme der Unsicherheit.